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AMR: Eine interdisziplinäre Herausforderung

09.03.2026 - Am 19. November 2025 organisierten das Gesundheitsamt und das Veterinäramt des Kantons Neuenburg gemeinsam einen neuartigen Runden Tisch/Kongress zum One Health-Ansatz. An diesem Anlass mit dem Titel «Antibiorésistance : quels enjeux pour la santé humaine et animale dans le canton de Neuchâtel ?» (Antibiotikaresistenzen: Welche Herausforderungen bergen sie für die Gesundheit von Mensch und Tier im Kanton Neuenburg?) kamen rund 70 Ärztinnen und Ärzte, Zahnärztinnen und Zahnärzte, Tierärztinnen und Tierärzte sowie Apothekerinnen und Apotheker im Naturhistorischen Museum in Neuenburg zusammen, um sich über die mit Antibiotikaresistenzen verbundenen Herausforderungen auszutauschen.

Der Austausch konzentrierte sich auf:

  • Geschichtlichen Rückblick auf die Entstehung von Antibiotikaresistenzen,
  • Einordnung der aktuellen Herausforderungen,
  • Präsentationen zu Instrumenten, Empfehlungen und Praktiken in jedem Fachbereich.

In der Veterinärmedizin haben strenge Kontrollmassnahmen seit 2014 zu einem deutlichen Rückgang des Antibiotikaverbrauchs geführt, was die Wirksamkeit gezielter und begleiteter Strategien verdeutlicht. Die Apothekerinnen und Apotheker betonten ihrerseits ihre zentrale Rolle bei der Bearbeitung von Patientenanfragen und der Aufklärung der Bevölkerung über den sachgemässen Antibiotikaeinsatz. Sie sind zudem gesetzlich befugt, in begründeten Ausnahmefällen Antibiotika abzugeben, und werden zu diesem Zweck für die Abgabe nach sehr genauen Richtlinien geschult.

In der Humanmedizin funktionieren die Überwachungssysteme insgesamt gut, und die Verschreibung von Antibiotika basiert auf Referenzwerten, ohne dass strenge regulatorische Auflagen bestehen. Die Globalisierung und die Heterogenität der medizinischen Praktiken erschweren jedoch die Kontrolle resistenter Mikroorganismen.

Es wurde eine Diskrepanz zwischen dem Erwerb neuer Kenntnisse auf diesem Gebiet und ihrer geringen Anwendung in der beruflichen Praxis aufgezeigt. Diese Feststellung zeigt, dass Sensibilisierungs- und Schulungsmassnahmen verstärkt in der Praxis verankert werden müssen, insbesondere durch das Heranziehen konkreter Beispiele oder Instrumente, die in den verschiedenen Settings direkt einsetzbar sind.

Schliesslich machte das Treffen deutlich, wie wichtig ein gemeinsamer, koordinierter Ansatz bei der Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen ist. Als Grundlage dafür braucht es eine verstärkte Überwachung, besser kontrollierte Verschreibungen und aktive Prävention sowohl in der Öffentlichkeit als auch bei den Gesundheitsfachpersonen.

Der Runde Tisch WAAW 2025 ist ein voller Erfolg in Bezug auf die interdisziplinäre Mobilisierung und Sensibilisierung für Antibiotikaresistenzen im Kanton Neuenburg. Er hat Raum für einen bereichsübergreifenden Dialog geschaffen und so zu einem besseren gegenseitigen Verständnis der Praktiken und Herausforderungen in den einzelnen Berufen beigetragen.