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Luzerner Kantonsspital setzt Zeichen gegen multiresistente Erreger

09.03.2026 - Im Rahmen der World AMR Awareness Week 2025 hat das Luzerner Kantonsspital (LUKS) eine spitalweite Sensibilisierungskampagne zu multiresistenten Erregern (MRE) umgesetzt. Kernstück war die Porträtreihe «Hidden Heroes», welche Berufsgruppen sichtbar machen sollte, die im Klinikalltag oft im Hintergrund wirken – aber zentral zur Vermeidung von Infektionen und Antibiotikaresistenzen beitragen.

Gemeinsam gegen multiresistente Keime – eine spitalweite Aktion

Antibiotikaresistenzen und nosokomiale Infektionen stellen im klinischen Alltag eine zunehmende Herausforderung dar. Um dieser Entwicklung auf verschiedenen Ebenen zu begegnen, wurde am Luzerner Kantonsspital Anfang 2025 eine breite MRE-Sensibilisierungsaktion lanciert. Sie steht unter dem internen Motto: «Gemeinsam gegen multiresistente Keime». Ziel ist es, Mitarbeitende für die Problematik zu sensibilisieren, aktuelles Wissen bereitzustellen und «Best Practices» der Infektionsprävention im Alltag sichtbar zu machen – niederschwellig, interdisziplinär und standortübergreifend.

Porträtreihe «Hidden Heroes»:Sichtbarkeit als Wertschätzung

Im Zentrum der Aktionswoche «World AMR Awareness Week» im November 2025 stand am LUKS eine Porträtreihe unter dem Motto «Hidden Heroes». Sie rückte Berufsgruppen in den Fokus, die entscheidend zur Infektionsvermeidung und zum Infektionsmanagement beitragen, in der täglichen Wahrnehmung aber teilweise unterrepräsentiert bleiben. An fünf Tagen wurden auf dem Intranet des LUKS bild- und textbasierte Beiträge veröffentlicht, die exemplarisch den Alltag und die Relevanz dieser Abteilungen zeigten. Vorgestellt wurden:

  • Infektiologie und Infektionsprävention (Videobeitrag: Einführung in das Thema MRE)
  • Reinigungsdienst (Fotoreportage aus dem OP-Alltag)
  • Labormedizin: Mikrobiologie (Einblick in Diagnostik und Laborsicherheit)
  • Klinische Pharmazie (Einblick in Antiinfektiva-Beratung und Logistik)
  • Qualitätsmanagement (Video zum Zusammenspiel von Prozessen und Infektionsschutz).

Die Beiträge wurden über das Intranet ausgespielt und durch begleitende Kommunikationsmassnahmen flankiert. Ziel war, die interdisziplinäre Relevanz von MRE-Prävention sichtbar zu machen – aber auch Wertschätzung für Berufsgruppen auszudrücken, die mit ihrem Wirken einen relevanten Beitrag zur Vermeidung der Ausbreitung von multiresistenten Erregern leisten.

WAAW als Plattform – aber die Kampagne wirkt weiter

Die Woche der WAAW bildete nur einen Höhepunkt innerhalb einer grösseren Initiative: Seit Januar 2025 läuft am LUKS eine umfassende interne MRE-Kampagne. Zu den Massnahmen zählen:

  • Einführung und Verbreitung von MRE-Steckbriefen (MRSA, VRE, ESBL, CPK, C. auris)
  • Erstellung und Publikation eines neuen internen E-Learning-Moduls
  • Interaktive Workshops und Weiterbildungsformate für klinische Teams
  • Monatliches Punktprävalenz-Screening auf Hochrisikoabteilungen
  • Order-Sets für Eintrittsscreenings für MRE
  • Spitalweite Kommunikation durch Newsletter und Intranet-Artikel
  • Standaktionen zum Händehygiene und indikationsgerechter Einsatz von Einmalhandschuhen
  • Strategische Positionierung des Themas inkl. CMO-Aufruf

Der thematische Fokus auf multiresistente Erreger wird auch im kommenden Jahr fortgeführt. Derzeit sind weitere digitale Bildungsangebote, ein webgestütztes Quiz zur Infektionsprävention sowie standortübergreifende Massnahmen im Aufbau.

Fazit

Die Aktion «Hidden Heroes» hat im Rahmen der WAAW 2025 ein starkes Zeichen gesetzt: Infektionsprävention gelingt nur gemeinsam. Die Sichtbarkeit und Wertschätzung für alle beteiligten Berufsgruppen ist ein zentraler Baustein in der nachhaltigen Bewusstseinsbildung rund um Antibiotikaresistenzen – im Klinikalltag wie auch in der Spitalkultur.