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MedienmitteilungVeröffentlicht am 12. Juni 2025

Eröffnung des Bundesasylzentrums Grand-Saconnex

Bern-Wabern, 11.06.2025 — Das Bundesasylzentrum (BAZ) Grand-Saconnex im Kanton Genf wird am 16. Juni 2025 in Betrieb genommen. Dieses neue Zentrum ohne Verfahrensfunktion verfügt über 250 Plätze und ergänzt die bestehenden Strukturen der Asylregion Westschweiz.

Im BAZ Grand-Saconnex werden alleinstehende Erwachsene und Familien mit Kindern untergebracht, nicht aber unbegleitete minderjährige Asylsuchende (UMA). Es handelt sich einerseits um Personen im laufenden Asylverfahren und andererseits um Personen mit negativem Asylentscheid, die die Schweiz verlassen müssen. Gemäss Asylgesetz werden Asylsuchende ab Einreichung ihres Gesuchs maximal 140 Tage in den Bundesstrukturen untergebracht.

Die Eröffnung des Zentrums erfolgt im Rahmen der Neustrukturierung des Asylbereichs, die seit März 2019 in Kraft ist. Seither werden Asylsuchende auf sechs Regionen in der Schweiz verteilt. Die Asylregion Westschweiz umfasst ein BAZ mit Verfahrensfunktion in Boudry (NE) und neu drei BAZ ohne Verfahrensfunktion: Giffers (FR), Vallorbe (VD) und Grand-Saconnex (GE).

Das Bauprojekt für das neue BAZ wurde im Jahr 2019 öffentlich ausgeschrieben. 2022 unterzeichneten das Staatssekretariat für Migration (SEM), der Kanton Genf und die Gemeinde Grand-Saconnex eine Vereinbarung über den Betrieb und die Belegung des Zentrums, die sich auf eine gemeinsame Erklärung aus dem Jahr 2016 bezog.

Das Grundstück, auf dem das Zentrum errichtet wurde, teilt sich der Bund mit dem Kanton Genf. Das kantonale Gebäude, das sich noch im Bau befindet, ist für eine Dienststelle der Kantonspolizei sowie das Zentrum für Polizei- und Zollzusammenarbeit vorgesehen. Die Strukturen des Bundes und des Kantons sind jedoch klar voneinander getrennt und verfügen je über einen separaten Zugang.

Im BAZ befinden sich neben Schlafräumen insbesondere auch ein Sanitätszimmer, mehrere Speisesäle sowie Beschäftigungsräume. Den kantonalen Schulbehörden stehen zwei Klassenzimmer zur Verfügung. Im Aussenbereich befinden sich ein Sport- und Spielplatz, Hochbeete, überdachte Aufenthaltsbereiche und Sitzgelegenheiten.

Das SEM ist für den operativen Betrieb zuständig und beauftragt Dienstleistungserbringer, die rund um die Uhr die Sicherheit und Betreuung im Zentrum gewährleisten. Das Betreuungspersonal bietet den Asylsuchenden täglich spielerische, sportliche oder kulturelle Aktivitäten an. In Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden werden gemeinnützige Beschäftigungsprogramme durchgeführt.

Die Asylsuchenden dürfen sich jeden Tag von 9 bis 21 Uhr ausserhalb des Zentrums aufhalten. Die Ausgangszeiten wurden in Absprache mit der Gemeinde Grand-Saconnex festgelegt.

Vertreterinnen und Vertreter des SEM, des Kantons, der Gemeinde und der Zivilgesellschaft tauschen sich regelmässig im Rahmen einer Begleitgruppe aus. So wird ein Raum für einen konstruktiven Dialog zwischen allen Akteuren geschaffen, um das reibungslose Funktionieren des Zentrums zu gewährleisten.

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