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Stakeholder treiben die Umsetzung des One Health–Aktionsplans 2024 – 2027 von StAR voran

10.11.2025 - Am 19. September 2025 fand in Bern der bereichsübergreifende Stakeholder-Workshop der Strategie Antibiotikaresistenzen Schweiz (StAR) statt. Rund 50 Akteurinnen und Akteure aus Verwaltung, Forschung und Praxis der Bereiche Mensch, Tier, Landwirtschaft und Umwelt nahmen daran teil. Im Mittelpunkt stand die Umsetzung des One Health-Aktionsplans, den der Bundesrat im Juni 2024 verabschiedet hat. Ziel war es, Erfahrungen zu teilen, voneinander zu lernen und konkrete Lösungsansätze für die Weiterarbeit zu entwickeln.

In der Begrüssung betonten Anne Lévy, Direktorin des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), und Laurent Monnerat, Direktor des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV), die Bedeutung eines verantwortungsvollen Antibiotikaeinsatzes und der sektorübergreifenden Zusammenarbeit. Anne Lévy hob hervor, dass die Schweiz auf gutem Weg sei, die Ziele von StAR zu erreichen. Die aktuelle Herausforderung bestehe darin, die im Rahmen der Strategie entwickelten Instrumente noch konsequenter in der Praxis zu verankern. Als wichtiger Schritt zur weiteren Stärkung von StAR wurde die Revision des Epidemiengesetzes genannt. Laurent Monnerat betonte die erzielten Fortschritte in der Veterinärmedizin – insbesondere die deutliche Reduktion des Antibiotikaeinsatzes dank wirkungsvoller Instrumente wie Therapierichtlinien und der Erfassung des Antibiotikaverbrauchs im Informationssystem Antibiotika in der Veterinärmedizin (IS-ABV). Anne Lévy und Laurent Monnerat unterstrichen, dass die Erfolge der Strategie StAR nur durch gemeinsames Handeln und gegenseitiges Lernen weiter ausgebaut werden können.

Am ganztägigen Anlass arbeiteten die Teilnehmende in Gruppen zu vier zentrale Massnahmenbereiche des One Health-Aktionsplans und entwickelten konkrete nächste Schritte für dessen Umsetzung:

  • Benchmarking und Feedback-Systeme zum Antibiotikaverbrauch von (Tier-) Ärztinnen und- Ärzten: Sie fördern Bewusstsein und Lernprozesse zum Antibiotikaeinsatz, erfordern aber eine praxisnahe und kontextbezogene Kommunikation und die Vergleichbarkeit der Daten.
  • Fort- und Weiterbildung: Peer-Learning-Formate stärken den Austausch zwischen Fachpersonen und schlagen Brücken zwischen Forschung und Praxis.
  • Therapierichtlinien und Leit- und Richtlinien: Klare, zugängliche und praxisnahe Richtlinien sind entscheidend für den sachgerechten Antibiotikaeinsatz und präventive Massnahmen. Sie müssen jedoch laufend gepflegt, aktualisiert und breit bekannt gemacht werden.
  • Zusammenarbeit zwischen Bund und Kantonen: Hier besteht weiterer Bedarf an klaren Zuständigkeiten, rechtlichen Grundlagen und stabiler Finanzierung.

Der Workshop verdeutlichte, dass die erfolgreiche Umsetzung der Strategie StAR nur durch gemeinsames Engagement, enge Zusammenarbeit und offene Kommunikation zwischen vielfältigen Akteurinnen und Akteuren innerhalb und zwischen den Sektoren gelingt. Vertreterinnen und Vertreter aus Praxis, Forschung, Verwaltung und Politik – aus den Bereichen Mensch, Tier, Landwirtschaft und Umwelt – leisten dabei einen entscheidenden Beitrag, damit Antibiotika auch in Zukunft wirksam bleiben.

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